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2002/10/25 Big Brother Awards Deutschland 2002 - die Gewinner
Traditionell einen Tag vor den Österreichern werden die BBA-Preise in Deutschland verliehen - Post AG Deutschland ein Jahr nach Post AG Österreich Gewinner - Post-Anwälte hatten sich schon im Jänner 2002 gegen (drohende) Verleihung verwahrt

Die diesjährigen deutschen Gewinner

Microsoft AG (Kategorie: Lifetime-Award)
Die Microsoft AG erhält den BigBrotherAward für das Lebenswerk wegen der Summierung von Privacy-Problemen über viele Jahre hinweg (heimliche Registrierung, Passport, XP-Service-Pack 1, Palladium, .net). Dieser Preis ist gleichzeitig der Hauptpreis der BigBrotherAwards des Jahres 2002 wegen der Realisierung von DRM (Digital Rights Management) durch die Hintertür (Windows Media Player).

Bayer Aktiengesellschaft (Kategorie: Arbeitswelt)
Die Bayer AG, Leverkusen, erhält den BigBrotherAward in der Kategorie Arbeitswelt für ihre demütigende Praxis Auszubildende vor der Einstellung einem sogenannten Drogenscreening zu unterziehen.

Innenminiter NRW Dr. Fritz Behrens (Kategorie: Regionalpreis)
Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Fritz Behrens, erhält den BigBrotherAward in der Kategorie Regional (Regionalpreis) für seinen Versuch, eine Änderung des Polizeigesetzes durchzusetzen, um Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen durchführen zu dürfen. Der Pilotversuch in Bielefeld wird als Erfolg verkauft - obgleich es weder durch die Zahlen der Polizei, noch durch eine objektive Betrachtung aller Rahmenbedingungen dieses Pilotprojekts zu begründen ist. Laut den Zahlen der Polizei war ein Anstieg der Straftaten mit erheblicher Bedeutung um 50% seit Montage der Videoüberwachung zu konstatieren.

Deutsche Post AG (Kategorie: Verbraucherschutz)
Die Deutsche Post AG erhält den Preis in der Kategorie Verbraucherschutz wegen des datenschutzwidrigen Umgangs mit Daten aus den Post-Nachsendeanträgen (erzwungenes Doppeltes Opt-Out). Nur wer zweimal ausdrücklich widerspricht, kann verhindern, dass seine / ihre Adresse weiter gegeben wird.

Hessischer Innenminister Volker Bouffier (Kategorie: Politik)
Der hessische Innenminister Volker Bouffier erhält den BigBrotherAward der Kategorie Politik, weil er im Land Hessen die vom Gericht verbotene Rasterfahndung per Gesetzesnovellierung quasi durch die Hintertür wieder eingeführt hat.

Deutscher Bundesrat (Kategorie: Kommunikation)
Der Deutsche Bundesrat erhält den BigBrotherAward der Kategorie Kommunikation für seinen Beschluss, Telekommunikations(dienste)anbieter zu verpflichten, die Verbindungsdaten von allen Nutzerinnen und Nutzern für eine nicht festgelegte Dauer für Zwecke von Polizei und Geheimdienste auf Vorrat zu speichern (Vorratsdatenspeicherung).

Toll Collect GmbH (Kategorie: Technik)
Die Toll Collect GmbH erhält den BigBrotherAward in der Kategorie Technik, da mit der satellitengestützen Erhebung und zentralen Verarbeitung der Bewegungsdaten von Kraftfahrzeugen eine neue Dimension der Beobachtung von Verkehrsteilnehmern möglich wird. Die Zusicherung der Betreiber, dem Datenschutz zu genügen, erscheint uns bei der Größenordnung der Erfassung und den Möglichkeiten der Auswertung nicht angemessen.

Bundeskriminalamt, BKA (Kategorie: Behörden + Verwaltung)
Das Bundeskriminalamt erhält den BigBrotherAward in der Kategorie Behörden und Verwaltung wegen der Einführung der drei Präventivdateien LIMO (Gewalttäter Links) REMO (Gewalttäter Rechts) und AUMO (politisch motivierte Ausländerkriminalität).


POST AG für Österreicher nicht unbekannt

Ein Jahr nach der österreichischen Post AG wird auch der deutschen Post AG ein BigBrotherAward zugedacht. Pikantes Detail am Rande. Schon im Jänner dieses Jahres erhielt die ARGE DATEN ein Schreiben der Anwälte der deutschen Post AG, in der sie sich gegen eine mögliche Verwachslungsgefahr des österreichischen Preisträgers mit der deutschen Post verwahrten. Ob die honorige Kanzlei damals schon ahnte, dass die deutsche Postpraxis zum Verwechseln der kritisierten österreichischen Praxis ähnelt?

mehr --> http://www.bigbrotherawards.de/2002/
mehr --> http://www.bigbrotherawards.at/2001/report/p10.shtml

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