2012/07/06 Wie bleibt der Rand am Rand - Reportagen vom Alltag der Repression und Exklusion Autor: Robert Sommer
Mit seinen Reportagen vom Alltag der Repression und Exklusion widerspricht der Autor jeder gängigen politischen Rhetorik zu Integration. Er zeigt auf, dass unser kapitalistisches System ohne einen ausreichend breiten sozialen Rand gar nicht bestehen könnte.
Eben diese soziale Schicht, deren Integration laut Robert Sommer nicht einmal erwünscht ist, stabilisiert unser Gesellschaftssystem, so der Autor. Er ist Mitbegründer und Blattmacher der Wiener Straßenzeitung Augustin. Seit 16 Jahren beobachtet er Techniken des Ausschlusses und der Stigmatisierung, im Rahmen seines Augustin-Projekts.
Jedes Kapitel, jede Reportage in diesem Buch ist einer spezifischen Methode, Integration zuverlässig scheitern zu lassen gewidmet. Dazu zählen die Methoden der staatlichen Strafe, der Dauerentwürdigung von Menschen in Heimen aller Art, der »sozialen Säuberung« kommerzorientierter Stadtzonen durch Kriminaliserung des Bettelns etc.
Robert Sommer bestätigt mit seinem Werk die im deutschen Sprachraum nur wenig bekannten Analysen französischer Sozialwissenschaftler wonach die systembewahrenden Kräfte die Stigmatisierung und den Ausschluss bewusst betreiben. Diese stellen mit ihrer These von existenzieller systemischer Relevanz einer nicht integrierbaren Randschicht eine Herausforderung für Theorie und Praxis der sozialen Arbeit in Österreich dar.
Das Buch erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch; Es basiert auf den Gesprächen des Autors mit Augustin-Verkäufer_innen in den 16 Jahren des Bestehens der Straßenzeitung. Es ist ein Schlüssel zum Verständnis der «Philosophie» des Gesamtkunstwerks Augustin.
Robert Sommer. „Wie bleibt der Rand am Rand - Reportagen vom Alltag der Repression und Exklusion“. 2011. 152 Seiten. 9,90 €. ISBN: 978385476-606-3. Mandelbaum Verlag.
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