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2005/06/01 Marktanalysen zu eHealth
Apothekerkammer kennt keine Umsatzzahlen für Medikamentenversand nach Österreich - deutsche Versandapotheken fristen 2004 nur Nischendasein - DocMorris veröffentlicht Umsatz 2004 von 130 Millionen EUR - laut Siftung Warentest ist jede zweite Versandapotheke mangelhaft

Apothekerkammer kennt keine Umsatzzahlen für Medikamentenversand nach Österreich

Nach Angaben der österreichischen Apothekerkammer (Pressesprecherin Frau Mag. Pint am 24.2.05) gibt es keine Umsatzzahlen österreichischerer Versandapotheken, da der Verkauf von Medikamenten (auch von rezeptfreien) in Österreich nach wie vor verboten sei. Ausländische Anbieter dürfen nach Österreich liefern, allerdings nur Medikamente die eine österreichische Registrierungsnummer haben. Umsatzzahlen wieviele ausländische Medikamente im letzten  Jahr über Internet nach Österreich verkauft wurden kennt die österreichische Apothekerkammer nicht.

Deutsche Versandapotheken fristen 2004 nur Nischendasein

Thomas Kerckhoff, der Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Versandapotheker (BVDVA) spricht gegenüber Berlin Online (28 Dezember 2004) von einem Marktanteil der Versandapotheken von 0,25 Prozent (inklusive der grenzüberschreitenden Internet Apotheken) Trend steigend. Der Gesamtumsatz aller deutschen Apotheken betrug für 2004 36 Milliarden Euro. In diesem Zusammenhang spricht Berlin Online von einem Nischendarsein der Internet-Apotheken. Eine mögliche Erklärung für den spärlichen Zulauf zu Versandapotheken mag in der längeren und oft nicht kalkulierbaren Dauer der Lieferung liegen.

Im November 2004 erklärt Dr. Günther Hanke, der Landesapothekerkammer Baden Württenberg, der Versandhandel der deutschen Apotheken spiele fast ein Jahr nach seiner Einführung eine immer geringere Rolle.
"Der Arzneimittelversandhandel wurde genau so künstlich hochgejubelt, wie die Aktienkurse der Internetunternehmen um die Jahrtausendwende. Viele haben es ausprobiert und sich dann doch für das Homeservice der heimischen Apotheken entschieden" resumiert Hanke. Während der Marktanteil der gesetzlichen Krankenversicherungen mit deutschen Versandapothenken bei 2 Promille (ca. 40 Millionen EUR) liegt, liegt der Marktanteil der Heimzustellungen der Apotheken bei 5 Prozent.

DocMorris veröffentlicht Umsatz 2004 von 130 Millionen EUR

Die im Juni 2000 gegründete Versandapotheke DocMorris, die behauptet Nr.1 in Europa zu sein, meldet für das Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von rund 130 Millionen EUR. Das sind nahezu 150% mehr als im Vorjahr (2003 waren es 51 Millionen EUR). DocMorris Gründer und Geschäftsführer Ralf Däinghaus spricht von laufender Verdoppelung des Umsatzes und betont, dass er das Geschäftsjahr 2004 mit schwarzen Zahlen abschließen konnte.
Von einer Million versendeter Arzneimittelpakete wurden 80% (wegen der Rezeptpflicht)  auf dem Postweg  bestellt. Nur 12% nutzten das Internet, 7% bestellten per Fax oder Telefon. Mehr als die Hälfte der Kunden von DocMorris sind 50 Jahre oder älter. 80% der Lieferungen von DocMorris gingen 2004 an chronisch kranke Patienten: wie Diabetiker, Herz-Kreislauf Patienten, Asthmatiker und Rheumatiker.

Eine Studie des Onlinepreisdienstes Medpreis.de bestätigte die Beliebtheit der Onlineapotheken bei älteren Menschen. Über die Hälfte der 1081 befragten Besucher des Portals waren älter als 45 Jahre. 58% der Befragten gaben an, in Onlineapotheken Dinge zu bestellen, die sie in klassischen Apotheken nicht gekauft hätten.

Laut Siftung Warentest ist jede zweite Versandapotheke mangelhaft

Den Test der Stiftung Warentest, der am 24.2.2005 veröffentlicht wurde, bestanden 11 von 20 führenden deutschen und ausländischen Versandapotheken nicht mit gut - darunter auch der renommierte niederländische Anbieter DocMorris. Die Hauptmängel lagen im Bereich Beratung, Information, und Lieferzeit. Mit "gut" schnitten folgende Versandapotheken ab: mycare.de, pharma24.de, sanicare.de, versandapo.de, apo-rot.de, shop-apotheke.com und europa-apotheek.de.



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