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Namentliche Nennung von Mitarbeitern in Presseberichten
Wird über Unternehmens / Vereinstätigkeiten medial berichtet, so stellt sich zwangsläufig auch die Frage – dürfen die Namen / Kontaktdaten von einzelnen Mitarbeitern genannt werden – dieser Artikel stellt eine Hilfestellung bei der Beantwortung dieser Frage dar.

Bei der Verwendung von personenbezogenen Daten gilt – im Gegensatz zur gesamt Rechtsordnung – alles was nicht erlaubt ist, ist verboten (§ 1 DSG 2000). Grundsätzlich ist also jede Verwendung, darunter auch die Veröffentlichung, von personenbezogenen Daten verboten – es sei denn es trifft eine der folgenden Ausnahmen zu

Zustimmung des Betroffenen
Sollte der Betroffene der Veröffentlichung zustimmen, so steht dieser nichts mehr im Wege. Eine gültige Zustimmung liegt dann vor, wenn der Betroffene in Kenntnis der Sachlage und ohne Zwang der Verwendung seiner Daten zustimmt (§ 4 Z 14 DSG 2000). Eine erteilte Zustimmung kann jedoch jederzeit durch den Betroffenen widerrufen werden – was die Unzulässigkeit der Datenanwendung zur Folge hat (§§ 8 und 9 DSG 2000).

Überwiegendes Interesse eines anderen
Besteht an der Veröffentlichung der Daten ein überwiegendes berechtigtes Interesse des Auftraggebers oder eines Dritten, so dürfen diese – auch ohne Zustimmung des Betroffenen – verwendet werden.

Dieses wird bei medialer Berichterstattung wohl nur der Fall sein, falls einzelne Mitarbeiter höchstpersönlich für einen Bestimmten Sachverhalt zuständig ist und selbst dann ist von Fall zu Fall abzuwägen, ob das Geheimhaltungsinteresse oder das Interesse an der Berichterstattung überwiegt.
Sollte die Nennung eines Mitarbeiters (beispielsweise als Kontakt- oder Ansprechperson) für einen Bericht unerlässlich sein, so wird man von einem überwiegenden Interesse des Mediums ausgehen können. Zu denken wäre dabei beispielsweise an die Person welche in einem Unternehmen für den Datenschutz zuständig ist – im einem Bericht über einen Datenskandal.

Sollte ein Bericht jedoch vollkommen logisch, und verständlich sein, ohne dass der konkrete Mitarbeiter genannt wird, und die Nennung des Namens lediglich dazu dienen dem Bericht eine persönliche Note zu verleihen, so wird das Geheimhaltungsinteresse des Betroffenen überwiegen.

Allgemeine Verfügbarkeit
Sollte der Name die Kontaktdaten einer Person öffentlich verfügbar sein, beispielsweise auf der Firmenhomepage, so dürfen diese auch verwendet werden – dem Betroffenen steht jedoch ein Widerspruchsrecht zu (§ 28 DSG 2000). Wird man als Herausgeber eines Mediums mit einem derartigen Löschungsbegehren konfrontiert, so wird im Einzelfall beurteilen müssen, ob das Recht auf Datenschutz oder das Recht auf freie Meinungsäußerung höher zu bewerten ist.

Weitere Ausnahmen
Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass personenbezogene Daten ebenfalls aufgrund gesetzlicher Bestimmungen oder im lebenswichtigen Interesse des Betroffenen verwendet werden dürften. Diese werden jedoch bei der Beantwortung unserer eingangs gestellten Frage eher keine bedeutende Rolle spielen.

Empfehlung
Es ist ratsam, Presseanfragen durch eigens dafür geschultes Personal beantworten zu lassen, ist dies nicht möglich, so empfiehlt es sich, Medien bei Anfragen darauf hinzuweisen, dass die Nennung einzelner Mitarbeiter aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht erwünscht ist – und eine allgemeine oder verantwortliche Ansprechperson (beispielsweise die Geschäftsführung) gerne für weitere Anfragen zur Verfügung steht.

mehr --> Darf eine Firmenleitung E-Mails der Mitarbeiter lesen?

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