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1991/12/31 Mein Bekannter - der freundliche Beamte
DIR "Sag' mal, Du arbeitest doch im Arsenal?" "Ja, warum?" "Du, wir haben unsere neue, exklusive Autoserie herausgebracht. B...

"Sag' mal, Du arbeitest doch im Arsenal?" "Ja, warum?" "Du, wir haben unsere neue, exklusive Autoserie herausgebracht. Bei Euch arbeiten doch viele qualifizierte Leute. Ihr verdient ja recht gut." "Ich könnte mir mehr vorstellen."

"Nur keine falsche Bescheidenheit", lacht Kristian L., KFZ-Verkäufer bei einer bekannten deutschen Nobelmarke. "Ich hab' eine Bitte. Gib mir doch eine Liste der bei Euch Beschäftigten A- und B- Beamten. Ich brauche nur die Namen, ich möchte denen eine Einladung zu einer Probefahrt schicken."

"Na ja, aber ...", Paul J., Beamter mit Leib und Seele, weiß nicht recht wie er darauf reagieren soll. Er kennt und schätzt L. seit vielen Jahren, aber eine Beschäftigtenliste weitergeben. Er weiß nicht recht. Da gibt es doch einen "Datenschutz".

"Aber ich will doch nicht die Gehaltsdaten der Leute, nicht einmal ihre Privatadresse, nur den Namen. Bei den Lehrern steht das in einem eigenen Handbuch, das ich mir jederzeit kaufen kann, bei den Ärzten bekomme ich die Liste von der Ärztekammer und die Namen der anderen Beamten erhalte ich aus demAmtskalender."

Die Argumente wirken: Der Name ist ja wirklich kein

sensitives Datum, was hätten denn seine Kollegen zu verbergen.

Zwei Tage später ist der Deal perfekt. Kristian L. bekommt von Paul J. die gewünschte Liste. Eine Woche später langen die "Einladungen zur unverbindlichen Probefahrt" bei den Kollegen J.'s ein. Doch statt Euphorie ist der Teufel los.

So oder so ähnlich können sich freundliche Entgegenkommen immer wieder abspielen. Der oben stehende Dialog ist fiktiv, nicht fiktiv ist der Vorfall, wie er der ARGE DATEN dokumentiert wurde. Natürlich fand er nicht im Arsenal statt, sondern in ...., aber die deutsche Nobelmarke ist tatsächlich einedeutsche Nobelmarke. Und die Empörung der Bediensteten war tatsächlich riesengroß.

Rechtlich gesehen handelt es sich hier um einen Verstoß gegen Par.48 DSG (widerrechtliche Offenbarung von Daten) bzw. bei Herrn J. sogar um Amtsmißbrauch. Die weitergegebenen Informationen müssen sehr wohl als sehr sensitiv angesehen werden, wird doch nicht nur der Name der Personen weitergegeben,sondern auch sein Beschäftigungsverhältnis (indirekt) offenbart, eine durchaus schützenswerte Information. Weiters wird auch (zumindest im groben) die Qualifikation der Betroffenen bekanntgegeben (Studium oder Matura).




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